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12. November 2017 | Kaminabend zu Europa
Der diesjährige Kaminabend der MIT Kaarst im Landgut Ramshof konnte wieder ein großes Interesse wecken. Knapp 60 Gäste wollten den Referenten Klaus-Heiner Lehne, Präsident des Europäischen Rechnungshofs, hören und ließen sich vom Team des Ramshofs um das MIT-Mitglied Matthias Stieger mit einem Drei-Gänge-Menü ausgezeichnet bewirten.

Klaus-Heiner Lehne gab in seinem Vortrag einen Einblick in die Strukturen und Aufgaben des Europäischen Rechnungshofs. Er zeigte auf, wie weit der Einfluss dieses Organs der Europäischen Union reicht und wo dessen Grenzen sind. An Beispielen erläuterte er dem Auditorium, welche Prüfungen der Rechnungshof im Einzelnen durchführt und welche Konsequenzen sich daraus ergeben können, bis hin zur Verweigerung des Testats für einzelne Projekte bis alle Sachverhalte geklärt sind. Generell kann der Rechnungshof aber nur Empfehlungen an die Europäische Kommission aussprechen, welche davon umgesetzt werden, liegt in der Verantwortung der Kommission als Exekutivgewalt.

Angerissen wurden von Klaus-Heiner Lehne außerdem die Themen "Brexit" und Entwicklungshilfe. Das es sich beim "Brexit" allerdings um einem laufenden Prozess handelt, durfte der Präsident des Rechnungshofs keine weiteren Informationen geben. Er erläuterte allerdings, der der Rechnungshof die Zahlen prüfe und der Kommission an die Hand geben könne, wer welche Verpflichtungen im Rahmen der eingegangenen Verträge habe und welche Zahlungen noch zu entrichten seien.

Im Rahmen der Entwicklungshilfe plädierte Klaus-Heiner Lehne dafür, die Kräfte zu bündeln und sich verstärkt in Afrika zu engagieren, weil dort das größte Risiko für Europa liegt. Hintergrund ist: Je ärmer die Gesellschaften sind, umso größer ist der Kinderzuwachs. So liegt zum Beispiel das Durchschnittsalter der Bevölkerung in Uganda bei jugendlichen 15 Jahren. Es sei also notwendig, in solchen Ländern bessere Lebensbedingungen zu schaffen, um das Bevölkerungswachstum dort zu verringern, so Lehne. Fakt ist nämlich: Je mehr Wohlstand es in einer Bevölkerung gibt, desto geringer ist die Geburtenrate. In Uganda bekommt jede Frau im Durchschnitt sieben Kinder.

Im Bild rechts: Gastreferent Klaus-Heiner Lehne (2. v. links) mit der Kaarster Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus, Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (links) und dem Kaarster MIT-Vorsitzenden Markus Steins.

 

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